Warum Osteopathie für Kinder?

Fehlhaltungen können sich bei wachsenden Systemen manifestieren. D.h. aus einer anfangs schief gehaltenen Wirbelsäule, die noch alle Möglichkeiten besitzt sich wieder symmetisch auszubilden, kann sich bei bestehenden Problemen auch irgendwann eine schiefe Wirbelsäule strukturell manifestieren.

Als ganzheitliche Methode der Medizin entwickelte sich die Osteopathie vor über 120 Jahren in den USA. Schon früh wurde diese Methode auch bei Säuglingen und Kindern mit großen Erfolg angewandt. Der Therapeut behandelt durch erspürendes Tasten mit seinen Händen eine etwaige eingeschränkte Beweglichkeit des Nervengewebes, der inneren Organe, Verspannungen und Beweglichkeitsverluste der Muskeln, der Gelenke und des Bindegewebes. Im Vorfeld erfolgt eine ausführliche Erhebung der Beschwerden und der Vorgeschichte (sog. Anamnese) sowie eine eingehende Untersuchung.

Gerade bei Heranwachsenden ist eine uneingeschränkte Dynamik des Gewebes wichtig, damit gesundheitliche Probleme ausheilen können, nicht günstig ablaufende Entwicklungsverläufe wieder verbessert werden können und bestehende Störungen sich nicht festsetzen können.

Exemplarisch seien einige häufige Probleme dargestellt.

Schrei-Babies

Während der Geburt können Komplikationen dazu führen, dass durch Stauchungen oder Drehungen Störungen entstehen. Kehren die Knochen an der Unterseite des Schädels danach nicht in ihre ursprüngliche Lage zurück, bleiben oft auch die Blut- und Nervenbahnen in ihrer Funktion beeinträchtigt. Häufig bleiben diese Schädigungen unentdeckt und können zu Symptomen wie z.B. häufigem Schreien führen.

Deshalb gilt in der Osteopathie besonderes Augenmerk den Schädelknochen. An ihren Verbindungsstellen befinden sich verschiedene Schädellöcher, durch die Blutgefäße und Nerven hindurchführen. Asymmetrien oder Kompressionen können diese Löcher in ihrer Lage und Größe verändern und so Gefäße und Nerven einengen. Durch geburtsbedingten Druck entstehen manchmal auch Störungen im Bereich des Schläfenbeins. Diese können den Gleichgewichtssinn beeinträchtigen, was sich durch Symptome wie verminderte Kopfkontrolle und eine auffällige Schreckhaftigkeit zeigt. Der Schädel von Kleinkindern lässt sich osteopathisch sehr gut behandeln, da die Knochen noch weich sind und noch aufeinander zu wachsen müssen. Bei Ein- und Durchschlafproblemen wird zusätzlich den ersten Halswirbel (Atlas) behandelt, um den kleinen Patienten und ihren besorgten Eltern wieder zu ruhigeren Nächten zu verhelfen.

Entwicklungsverzögerungen und Kopfschmerzen bei Kindern

Entwicklungsverzögerungen bei der Sprachentwicklung, Infektanfälligkeit mit häufigem Schnupfen und Mittelohrentzündungen, sowie Koordinierungsstörungen und Hyperaktivität können auf unbehandelte Geburtsschäden hinweisen.
Im Schulkindalter sind es meist Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Lernprobleme und Kopfschmerzen, die vom Osteopathen behandelt werden. Für alle diese Beschwerden sieht die Osteopathie die Ursache im gestörten Zusammenspiel der Körperbestandteile.

Die Behandlung erfolgt durch sanfte Griffe am Kopf. So werden die Verschiebungen der Schädelknochen behandelt und das Gehirn entlastet. Dies führt in der Folge zu einer Entspannung und Harmonisierung im Körper des Kindes. Die Symptome können bereits nach einer einmaligen Behandlung verschwinden, manchmal ist ein Erfolg erst nach 2 Behandlungen abschätzbar. In hartnäckigen Fällen wird man die Wirksamkeit erst nach mehreren Behandlungen beurteilen können oder es sind ggf. zusätzliche unterstützende Behandlungen notwendig.